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Eberl & Koesel Allgäu: Belegschaft aktiv für Haustarif

Eberl & Koesel Allgäu: Belegschaft aktiv für Haustarif

(02.05.2021) In der Allgäuer Druckerei Eberl & Koesel brodelt es. »Es reicht! Ruft uns endlich zum Streik auf!« Das hört Gewerkschaftssekretär Stefan Milisterfer immer öfter von den ver.di-Mitgliedern. Nahezu alle Beschäftigten aus der Produktion sind in die Gewerkschaft eingetreten.

Am 12. April forderte ver.di die Geschäftsführung zu Verhandlungen für einen Anerkennungstarifvertrag auf. Keine Reaktion. Am 21. April ein zweites Mal. Keine Reaktion. Verweigert sich ein Unternehmen auch nach mehrmaliger Aufforderung, kann die Gewerkschaft zum Streik aufrufen. Damit soll Druck auf den Unternehmer gemacht werden, in die Verhandlungen einzutreten.

Unter den Beschäftigten der seit rund 15 Jahren tariflosen Druckerei brodelt es schon länger. Ein Grund: der Arbeitsdruck. »Die Maschinen müssen so schnell wie möglich laufen«, sagt Betriebsratsvorsitzender Daniele Lupo. Erst langsam zu starten und das Tempo bei hoher Fertigungsqualität zu steigern, sei nicht erwünscht. »Schafft eine Maschine pro Stunde 18.000 Bogen, erwartet die Firma auch 18.000.« Hohes Tempo, aber wenig Personal – ein Beispiel: Statt zwei Drucker pro Maschine muss die Mannschaft jetzt mit 1,5 auskommen. > Weiterlesen DRUCK + PAPIER 02.05.2021