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Thimm Wolnzach: Zum Nikolaus die Kündigung

Thimm Wolnzach: Zum Nikolaus die Kündigung

 

Thimm Verpackungen Wolnzach: Zum Nikolaus die Kündigung

 

Zuviel Sympathie für Betriebsratswahl?

 

 

Am Nikolaustag um 13 Uhr gab es ein besonders Geschenk der Geschäftsleitung für einen Facharbeiter bei Thimm Verpackung Süd in Wolnzach – Bruckbach. Ein Schreiben mit der fristlosen Kündigung wurde ihm überreicht. Die Gewerkschaft ver.di fordert, dass diese Kündigung sofort zurückgenommen werden muss. Zu offensichtlich sei der Zusammenhang mit dem Engagement des Arbeiters für die Wahl eines Betriebsrates in dem Werk der Thimm-Gruppe.

Das erst im September eingeweihte hochmoderne neue Werk der Thimm Verpackungsgruppe mit 150 Beschäftigten gehört zu insgesamt 19 Betrieben des Familienunternehmens Thimm. Die Firmengruppe ist auf Wachstumskurs und hat in den vergangenen zehn Jahren seinen Umsatz verdoppelt.

Nach über 15 Jahren Betriebszugehörigkeit bei der Firma und einem vom Thimm gekauften Unternehmen musste der gekündigte Mitarbeiter unter Aufsicht sofort seinen Spind räumen und das Werksgelände verlassen. Angeblich habe er zwei Wochen zuvor über einen PC die Transportanlage im Betrieb gestört, so dass es zum Stilstand kam. Das bestreitet er vehement. Für ihn liegt auf der Hand, dass der wahre Grund sein Engagement für die Wahl eines Betriebsrates ist. Er gehört zum großen Kreis von Mitarbeitern, die sich dafür einsetzen. Am Samstag zuvor hatten sie sich mit einer ver.di-Vertreterin getroffen, um über das Verfahren zu beraten. Am Dienstag wurde er zur Geschäftsleitung gerufen, am Mittwoch händigte der Geschäftsführer ein Schreiben mit der fristlosen Kündigung aus.

„Es ist offensichtlich, dass hier ein Mitarbeiter abgestraft werden soll, der sich für die gesetzlich vorgesehene Wahl eines Betriebsrates eingesetzt hat“, kritisiert der zuständige ver.di-Sekretär Ertunç Eren. Zugleich solle offenbar die Belegschaft eingeschüchtert und von einer Betriebsratswahl abgehalten werden „Das können wir nicht hinnehmen“, so Eren.

Dem gekündigten Mitarbeiter sagte er jegliche Unterstützung zu.

Bei der Einweihungsfeier im September hatte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Ehrengast Thimm für seine soziale Verantwortung gedankt.

„Diese Verantwortung kann Thimm unter Beweis stellen, indem die Kündigung zurückgenommen wird“, fordert der Gewerkschafter.

-red.